MöbelVerrückt

52° 31'463 N 13° 17'999 E / Kamminer Straße 4 / 10589 Berlin / Germany

Wohn lieber lustig ... Die Möbel und Wohnaccessoires, die MöbelVerrückt im Online-Shop, bei Ausstellungen und im Werkstattladen (nach Terminvereinbarung) verkauft, sind Upcycling-Unikate. 2008 hat Karolin Leyendecker die Firma in Hamburg gegründet und verschönert seitdem alte, ausrangierte Möbel und Gegenstände mit schönsten Papieren - Geschenkpapier, Comics, Landkarten, Zeitungen und sogar mit echten Briefmarken. Seit Sommer 2017 lebt und arbeitet sie in Berlin. Die Produkte bestehen meist aus Holz, teils auch aus Pappe. Zum Schutz wird ein unbedenklicher Lack aufgetragen, damit die Möbel und Wohnutensilien weiterhin richtig benutzt werden dürfen. Das Motto: Aus Altem Neues schaffen und den Kreislauf des Wegwerfens minimieren! Bei MöbelVerrückt gibt´s auch ein tolles Kursprogramm: Upcycling-Workshops für Erwachsene, Familien, Kinder und Firmen/Vereine sowie Kindergeburtstage und JGAs. Und viele der von Karolin verwendeten Geschenkpapiere könnt auch ihr online im Shop bestellen.

Welche Personen gehören zu deinem Label? Arbeitest du alleine oder im Team? Wie kamst du zu dem was du machst?



Ich bin MöbelVerrückt ... Ich habe keine Helferlein (und will auch keine), denn ich präge mit meinen Stil ja jedes einzelne Möbelstück höchstselbst. Und so soll es bleiben. Aber ich liebe meine Workshoptermine, dann ist die Bude immer voll mit Menschen, denen ich meine Technik beibringe. Vor allem die Kindergeburtstagspartys sind ein großer Spaß (da fliegen die Papierschnipsel!). Auf die Idee zum Möbel-Upcycling mit Papier kam ich durch das Buchbinden. Das war fast zehn Jahre lang mein Hobby. Ich hab´s einfach mal ausprobiert mit einem Stuhl meiner Uroma. Und dann ein Jahr lang getüftelt, die Firma gegründet, die Homepage gebaut, na, ihr ahnt sicher, wieviel Zeit so was braucht :-).

Was ist das Besondere bei der Herstellung deiner Produkte? Worauf legst du besonderen Wert?


Das Besondere an meinen Möbeln und Wohnaccessoires ist das Zusammenspiel aus Alt und Neu. Alte Möbel sehen manchmal hässlich aus, weil sie abgeschrabbelt sind, aber ihre Form ist vielleicht richtig schön. Wenn diese Dinge mit peppigen oder edlen, bunten oder lustigen, skurrillen oder schrägen Papieren bezogen werden, sehen sie wieder neu und anders aus - und sind doch die selben geblieben. Denn der Stuhl, den ich veredele, oder die alte Holzkiste, die ich aufpimpe, darf ja in der ursprünglichen Funktion weiter benutzt werden. Ich mache das, weil ich damit meinen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten will! Ich finde das Wegwerfen von unzähligen Dingen einfach schlimm ... Ich rette diese Sachen vor der Müllabfuhr und werfe sie sozusagen wieder auf den Markt zurück.

Wie wichtig ist das Material für das Ergebnis?


Mit dem Material steht und fällt das Ergebnis. Ich verwende überwiegend ausrangierte Möbel und Gebrauchsgegenstände, aber sie müssen natürlich noch heil sein, stabil und funktionsfähig. Und das Bezugspapier muss auch eine gewisse Qualität haben, sonst lässt es sich nicht gut verarbeiten. Aber auch was das angeht, greife ich zu 80 % auf Alt-Material zurück (z.B. einmal um die Welt geschickte Briefmarken, alte Zeitungen, ausgelesene Comics u.ä.).

Welche Rolle spielt die Stadt/dein Viertel in dem was du tust? Was magst du besonders an diesem Ort?


Hm, soll ich ehrlich sein? Mir ist es ganz wurscht, wo ich arbeite. Ich liebe meine kunterbunte Werkstatt. Ich brauch nur Licht vorm Fenster und einen DHL-Shop in der Nähe für die Versandpakete. Generell aber ist Berlin für Künstler und Kunsthandwerker natürlich ein gutes Pflaster = ein guter Markt.

Sind deine Produkte Unikate, oder produzierst du in Kleinserien?


Alles Unikate, alles handgemacht, jedes einzelne mit Liebe angefertigt. Auch wenn es natürlich Bestseller gibt, die ich immer wieder verkaufe und deshalb beständig neu anfertige, sieht der Nachfolger nie wie der Vorgänger aus. Deshalb kann ich auch fast jeden Kundenwunsch erfüllen, weil ich individuell jedes Stück nach bestimmten Vorgaben verzaubern kann.

Was ist das beste Argument für lokal produzierte Produkte? Was wünscht du dir für die Unterstützung lokaler Produzenten?


Bauch oder Kopf? Wo und wie entwickelst du neue Ideen für frische Produkte?

Intuition und Kreativität sind bei mir ziemlich gut ausgeprägte Eigenschaften. Ich denke manchmal, für die 1000 Ideen, die ich so habe, reicht mein Leben wohl nicht, sie alle umzusetzen. Deshalb benutze ich zwischendurch gerne mal meinen Kopf: Planen, Organisieren, Rechnen, Strukturen schaffen. Sonst kann man keine Firma zum Erfolg lotsen. Und so beantworte ich die Frage mit: Bauch UND Kopf.